Russland

Zum fünften Mal in Folge hat sich die russische Nationalmannschaft, die zudem bei der Heim-WM 2018 mit dem Erreichen des Viertelfinales für eine positive Überraschung gesorgt hatte, für eine EM-Endrunde qualifiziert. Zwar erwies sich Gruppensieger Belgien zwei Mal als zu stark, doch unter anderem Schottland und Zypern ließ die Sbornaja klar hinter sich. Trainer Stanislav Cherchesov, der seit der WM im eigenen Land ein enormes Standing genießt, hat in den letzten beiden Jahren eine zusammengewachsene Mannschaft mit hochveranlagten Akteuren wie Aleksandr Golovin weiterentwickelt, muss nun aber natürlich auch mit einer gestiegenen Erwartungshaltung zurechtkommen.

Steckbrief (EM 2020)

zuletzt aktualisiert am 15.06.2021
Flagge
EM-GruppeB
EM-Teilnahmen11 (von 20)
FIFA-Rangliste# 38
Größter ErfolgEuropameister (1960, als UdSSR), Halbfinale (2008)
Quote EM-Sieg 100
Gesamtmarktwert191,80 Mio. EUR
Der StarAleksandr Golovin
AusrüsterAdidas
TrikotfarbeRot
Ewige EM-Tabelle8 (12 Siege, 7 Unentschieden, 14 Niederlagen)

Kader

Torhüter

  • 1 | Anton Shunin (Dynamo Moscow)
  • 12 | Yury Dyupin (Rubin Kazan)
  • 16 | Matvei Safonov (FK Krasnodar)

Abwehrspieler

  • 2 | Mário Fernandes (ZSKA Moskau)
  • 3 | Igor Diveyev (ZSKA Moskau)
  • 4 | Vyacheslav Karavayev (FC Zenit St. Petersburg)
  • 5 | Andrei Semyonov (Akhmat Grozny)
  • 13 | Fyodor Kudryashov (Antalyaspor)
  • 14 | Georgi Dzhikiya (Spartak Moscow)
  • 24 | Roman Yevgenyev (Dynamo Moscow)

Mittelfeldspieler

  • 6 | Denis Cheryshev (Valencia)
  • 7 | Magomed Ozdoyev (FC Zenit St. Petersburg)
  • 8 | Dmitri Barinov (Lokomotive Moskau)
  • 11 | Roman Zobnin (Spartak Moscow)
  • 17 | Aleksandr Golovin (AS Monaco)
  • 18 | Yuri Zhirkov (FC Zenit St. Petersburg)
  • 19 | Rifat Zhemaletdinov (Lokomotive Moskau)
  • 21 | Daniil Fomin (Dynamo Moscow)
  • 23 | Daler Kuzyayev (FC Zenit St. Petersburg)
  • 26 | Maksim Mukhin (Lokomotive Moskau)

Stürmer

  • 9 | Aleksandr Sobolev (Spartak Moscow)
  • 10 | Anton Zabolotny (Sochi)
  • 15 | Aleksei Miranchuk (Atalanta)
  • 20 | Aleksei Ionov (FK Krasnodar)
  • 22 | Artem Dzyuba (FC Zenit St. Petersburg)
  • 25 | Denis Makarov (Rubin Kazan)

Russland bei der EM 2020

Tabelle Gruppe B
# Team Sp Tore Diff P
1 Belgien 3 7:1 +6 9
2 Dänemark 3 5:4 +1 3
3 Finnland 3 1:3 -2 3
Spielplan Gruppe B
Samstag, 12.06.2021
Gruppe B / Kopenhagen / 1. Spieltag
Dänemark 0:1 Finnland
Gruppe B / Sankt Petersburg / 1. Spieltag
Belgien 3:0 Russland
Mittwoch, 16.06.2021
Gruppe B / Sankt Petersburg / 2. Spieltag
Finnland 0:1 Russland
Donnerstag, 17.06.2021
Gruppe B / Kopenhagen / 2. Spieltag
Dänemark 1:2 Belgien
Montag, 21.06.2021
Gruppe B / Sankt Petersburg / 3. Spieltag
Finnland 0:2 Belgien
Gruppe B / Kopenhagen / 3. Spieltag
Russland 1:4 Dänemark

Geschichte

Russland, weniger für seinen attraktiven Fußball als für seine kulinarischen Spezialitäten bekannt, spielte lange Zeit keine bedeutende Rolle in der internationalen Fußballgeschichte. Die ersten Fußballvereinsgründungen kamen Ende des 19. Jahrhunderts zustande. Englische Fabrikarbeiter gründeten 1893 den ersten Verein namens Newski. Im selben Jahr gründeten schottische Arbeiter den Newka Fußballclub, und ein Jahr darauf zogen die Deutschen mit ihrem Club Viktoria nach.

Doch es erwies sich als schwierig, den Russen das Spiel nahe zu bringen, da die „ausländischen“ Vereine wie Newka, Newski und Viktoria keine russischen Spieler in ihren Mannschaften duldeten. Der Radsport war zu jener Zeit populärerer für die Russen als Fußball, daher blieb der Fußball lange Zeit im Schattendasein und somit in den Händen der Ausländer in St. Petersburg.

Im Jahr 1912 trat Russland der FIFA bei und spielte bei den Olympischen Spielen mit. Jedoch war der Auftritt bei den Olympischen Spielen 1912 eine Katastrophe und man ging mit 16:0 gegen Deutschland unter. Diese Niederlage war symthomatisch für die mangelhafte Organisation innerhalb der russischen Reihen. Da es in der Heimat keine regelmäßigen Trainingseinheiten oder gar fußballerisches Taktikspiel gab, spielte die Nationalmannschaft unter ihren Möglichkeiten. Der anbrechende erste Weltkrieg sowie die Oktoberrevolution brachten das Zarenreich stark ins Schwanken und stellten den Fußball in die zweite Reihe.

1914 wurde das Verbot der PFL aufgehoben und der russischen Arbeiterklasse wurde der Zugang zum Fußball gewährt. Trotz der Aufhebung des Verbotes sank der russische Fußball in einen langen Winterschlaf, der annähernd 75 Jahre dauern sollte. Nach der Aufspaltung der Sowjetunion entstand 1991 der Nationalverband Rossijskij Futbol’ijei Sojus (RFS) und der nationale Spielbetrieb wurde ein Jahr später wieder aufgenommen.

Die Nationalelf hat im Vergleich zum Vereinsfußball ein wenig mehr Erfolg vorzuweisen, wobei auch hier interne Spannungen zwischen Trainer, Verband und Spielern viele aussichtsreiche Möglichkeiten zerstört hat. Dies war bei der WM 1994 in den USA der Fall. Die Auftritte bei der EM 1996 waren sehr bescheiden und das Ausscheiden in der Qualifikation zur WM 1998 in Frankreich blamabel. Es fehlt einfach an Ruhe und Disziplin in der Mannschaft, was durch ständige Trainerwechsel bei Erfolglosigkeit, persönliche Streitereien und Eitelkeiten unter den Spielern immer wieder forciert wird. Wir hoffen trotzdem mit und wünschen der Mannschaft zukünftige Erfolge! Für 2018 muss sich Russland als Gastgeber zumindest nicht qualifizieren.