EM 2020 Playoffs – Kampf um die letzten vier Plätze

Playoffs um die letzten Plätze im Teilnehmerfeld eines großen Turniers sind im europäischen Fußball nichts Neues. Und doch greift im Vorfeld der EM 2020, die zum ersten Mal verteilt über den gesamten Kontinent in zwölf verschiedenen Ländern stattfindet, ein neuer Modus.

Playoffs um die letzten Plätze im Teilnehmerfeld eines großen Turniers sind im europäischen Fußball nichts Neues. Und doch greift im Vorfeld der EM 2020, die zum ersten Mal verteilt über den gesamten Kontinent in zwölf verschiedenen Ländern stattfindet, ein neuer Modus. Denn anstatt wie in der Vergangenheit die Tabellenzweiten bzw. vor der EURO 2016 sogar die -dritten der normalen EM-Qualifikation ermitteln nun die vier besten Mannschaften der im Herbst 2018 ausgespielten Erstauflage der Nations League, die noch nicht für die EM-Endrunde qualifiziert sind, die letzten vier Starter.

Weil diese vier Playoffs, an denen insgesamt 16 Teams teilnehmen, erst Ende März ausgetragen werden, erfolgte die EM-Gruppenauslosung Anfang Dezember mit Platzhaltern, wobei bereits klar ist, welcher Qualifikant in welche Vorrundengruppe müsste.

Entscheidungen fallen in jeweils einem Spiel

Aufgeteilt sind die Playoffs auf vier Wege, an deren Ende jeweils eines von vier Teams die EM-Teilnahme feiern darf. Gespielt wird in zwei Halbfinals, wobei jeweils die in der Nations League bestplatzierte Mannschaft gegen die viertplatzierte Mannschaft antritt und dabei Heimrecht genießt. Ebenso darf die zweitplatzierte Mannschaft vor eigenem Publikum gegen die viertplatzierte ran. Die beiden Sieger treten dann in einem Endspiel gegeneinander an, wobei vorab per Losverfahren festgelegt wurde, wo gespielt wird. Sämtliche Entscheidungen fallen in einem Spiel, also bei einem Unentschieden nach 90 Minuten gegebenenfalls in der Verlängerung oder im Elfmeterschießen.

Weg A umfasst die Teams aus Island, Rumänien, Bulgarien und Ungarn. Als bestes bzw. höchstplatziertes Team bei der Nations-League-Endwertung erwartet Island vor eigenem Anhang die Auswahl Rumäniens. Außerdem darf Bulgarien zu Hause gegen Ungarn ran. Der Sieger der Partie Bulgarien gegen Ungarn bestreitet das Endspiel zu Hause. Als leicht favorisiert gelten Island und Ungarn, wobei Weg A generell als ziemlich offen eingestuft wird.

Finale zwischen Nordirland und Irland möglich

Das gilt freilich auch für Weg B mit den Halbfinal-Duellen Bosnien und Herzegowina gegen Nordirland sowie Slowakei gegen Irland. Das Finale fände in Bosnien oder Nordirland statt, wobei eine Endspiel um die EM-Teilnahme zwischen Nordirland und Irland natürlich überaus brisant wäre.

Weg C hält ein Heimspiel Schottlands gegen Israel sowie das Duell Norwegen gegen Serbien bereit. Norwegen oder Serbien dürften sich im Endspiel um die Unterstützung der eigenen Fans freuen. Tendenziell erwartet wird ein Finale zwischen Serbien und Schottland, das auf den Rängen für beste Stimmung sorgen würde und sicherlich umkämpft wäre.

Garantiert ist unterdessen auch den vier nominell schwächsten Qualifikanten ein EM-Startplatz. Um diesen kämpfen auf Weg D im ersten Halbfinale Georgien und Weißrussland sowie in der zweiten Partie Nordmazedonien und der Kosovo. Für alle vier Nationen wäre es die erste Teilnahme an einem großen Turnier. Nach einer ansprechenden Qualifikant gilt der Kosovo, der zu einem möglichen Finale allerdings nach Georgien oder Weißrussland reisen müsste, als leichter Favorit.

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