Frankreich

Der amtierende Weltmeister zählt natürlich auch bei der EM 2020 zu den Top-Favoriten und will diesmal den vier Jahre zuvor im eigenen Land durch eine unglückliche 0:1-Finalniederlage gegen Portugal verpassten Titel einfahren. Dass die Mannschaft von Trainer Didier Deschamps, dessen Kader sowohl in der Spitze als auch in der Breite seinesgleichen sucht, nicht unverwundbar ist, zeigte allerdings die EM-Qualifikation. Zwar feierte die Equipe Tricolore den Gruppensieg, doch gegen die zweitplatzierte Türkei reichte es in beiden Duellen (0:2 auswärts, 1:1 zu Hause) nicht zu einem Erfolg.

Steckbrief (EM 2020)

zuletzt aktualisiert am 15.06.2021
Flagge
EM-GruppeF
EM-Teilnahmen9 (von 20)
FIFA-Rangliste# 2
Größter ErfolgEuropameister (1984, 2000)
Quote EM-Sieg 5.25
Gesamtmarktwert1.030,00 Mio. EUR
Der StarKylian Mbappé
AusrüsterNike
TrikotfarbeBlau
Ewige EM-Tabelle2 (20 Siege, 9 Unentschieden, 10 Niederlagen)

Kader

Torhüter

  • 1 | Hugo Lloris (Tottenham Hotspur FC)
  • 16 | Steve Mandanda (Olympique Marseille)
  • 23 | Mike Maignan (Lille)

Abwehrspieler

  • 2 | Benjamin Pavard (FC Bayern München)
  • 3 | Presnel Kimpembe (Paris Saint-Germain)
  • 4 | Raphaël Varane (Real Madrid)
  • 5 | Clément Lenglet (FC Barcelona)
  • 15 | Kurt Zouma (FC Chelsea)
  • 18 | Lucas Digne (Everton)
  • 21 | Lucas Hernandez (FC Bayern München)
  • 24 | Léo Dubois (Olympique Lyonnais)
  • 25 | Jules Koundé (Sevilla)

Mittelfeldspieler

  • 6 | Paul Pogba (Manchester United)
  • 8 | Thomas Lemar (Atlético Madrid)
  • 12 | Corentin Tolisso (FC Bayern München)
  • 13 | N'Golo Kanté (FC Chelsea)
  • 14 | Adrien Rabiot (Juventus Turin)
  • 17 | Moussa Sissoko (Tottenham Hotspur FC)
  • 20 | Kingsley Coman (FC Bayern München)

Stürmer

  • 7 | Antoine Griezmann (FC Barcelona)
  • 9 | Olivier Giroud (FC Chelsea)
  • 10 | Kylian Mbappé (Paris Saint-Germain)
  • 11 | Ousmane Dembélé (FC Barcelona)
  • 19 | Karim Benzema (Real Madrid)
  • 22 | Wissam Ben Yedder (AS Monaco)
  • 26 | Marcus Thuram (Borussia Mönchengladbach)

Frankreich bei der EM 2020

Tabelle Gruppe F
# Team Sp Tore Diff P
2 Deutschland 3 6:5 +1 4
3 Portugal 3 7:6 +1 4
4 Ungarn 3 3:6 -3 2
Spielplan Gruppe F
Dienstag, 15.06.2021
Gruppe F / Budapest / 1. Spieltag
Ungarn 0:3 Portugal
Gruppe F / München / 1. Spieltag
Frankreich 1:0 Deutschland
Samstag, 19.06.2021
Gruppe F / Budapest / 2. Spieltag
Ungarn 1:1 Frankreich
Gruppe F / München / 2. Spieltag
Portugal 2:4 Deutschland
Mittwoch, 23.06.2021
Gruppe F / München / 3. Spieltag
Deutschland 2:2 Ungarn
Gruppe F / Budapest / 3. Spieltag
Portugal 2:2 Frankreich

Geschichte

Der Fédération Française de Football wurde am 07.04.1919 gegründet. Traditionelle Farbe ist blau, daher wird die Nationalmannschaft auch „Les Bleus“ genannt. Der Verband zählt über zwei Millionen Mitglieder. Hauptsponsor ist der Sportartikelhersteller Nike.

Frankreich, das Land der leichten Lebensart und Genüsse, galt fußball-geschichtlich international für lange Zeit als zweitklassig. Trotz bedeutender Anlässe wie etwa der Mitgründung der FIFA und der Einführung und Schaffung der Europameisterschaft sowie des Europapokals, waren die Franzosen dem Fußball nicht besonders angetan. Der moderne Fußball entstand erst gegen Mitte des 19. Jahrhunderts durch Einflüsse aus dem Ausland, besonders hervorzuheben ist dabei Großbritannien. Das Fundament, auf das sich der französische Fußball stützte, war allerdings ungenügend und wackelig zu dieser Zeit. Die Infrastruktur und die Fußballplätze waren in einem sehr schlechten Zustand. Daneben war die Popularität nicht sehr hoch beim französischen Publikum. Die dominierenden Sportarten waren Radsport und Gymnastik.

1919 entsteht der erste übergreifende Dachverband FFFA, welcher die organisatorische Arbeit der nationalen Fußballmannschaften sowie der Nationalmannschaft koordinierte. Der Fußball erlebte einen Boom und eine heftige Popularität innerhalb kurzer Zeit. Allerdings gab es noch immer Diskussionen um eine einheitliche Spielklasse, und auch der Profistatus der Nationalliga und ihrer Spieler war noch nicht geklärt. Im Jahr 1933 wurde dieses Problem mit der Gründung der Division Nationale als erste Nationalliga gelöst. In diesem Zuge erhielten sowohl die Vereine als auch die Spieler automatisch den Rang von Profis.

Bei der EM 1984 erreichte die Nationalmannschaft mit Stars wie Platini, Tigana und Battiston ihren ersten Welterfolg mit dem 2:0 Finalsieg über Spanien. Der zweite Höhepunkt geschah 14 Jahre später ebenfalls im eigenen Land, als man den begehrten WM-Titel gewinnen konnte. Auch bei der darauffolgenden EM 2000 gewannen die Franzosen den Titel und galten zur damaligen Zeit als die beste Nationalmannschaft der Welt.

Der Knick kam allerdings zur WM 2002 in Südkorea/Japan. Frankreich war top-motiviert und wollte den Titel verteidigen, schied dann jedoch sang und klanglos in der Gruppe aus. Diese Niederlage verlieh dem französischen Fußball einen Knick. Auch die darauf folgenden Jahre verliefen recht wechselhaft, die Nationalmannschaft konnte nicht mehr an die großen Erfolge anknüpfen. Trotzdem gilt Frankreich immer noch im internationalen Fußball als heißer Titelfavorit.